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Wirtschaft

Dossier: Schweiz am Steuerpranger

Publiziert 19. August 2011, 13:04 Uhr, Aktualisiert 06. Dezember 2012, 16:14 Uhr

Lange war die Schweiz ein Paradies für reiche Ausländer, die den Fiskus in ihren Ländern umgehen wollten. Damit soll nun Schluss sein. Die Schweiz musste sich dem internationalen Druck beugen und soll jetzt rigoroser gegen Steuerflüchtlinge vorgehen. weiterlesen

Internationaler Druck
Die «Steueroase» Schweiz steht international am Pranger: Im Frühling 2009 setzte die OECD die Schweiz auf eine «Graue Liste», weil sie zu wenig gegen Steuerbetrug unternehme. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück warf dem Land gar vor, es unterstütze Steuerbetrug vorsätzlich. Gleichzeitig machten die US-Steuerbehörden auf dem Rechtsweg Druck.

Kein Steuerparadies mehr, Bankgeheimnis unterlaufen
Mit zwölf Ländern musste die Schweiz danach neue Doppelbesteuerungsabkommen aushandeln. Dafür wurde sie von der «Grauen Liste» der OECD gestrichen – und ist nun offiziell kein «Steuerparadies» mehr. Der Rechtsstreit mit den USA endete dank eines Staatsvertrags, der nun auch bei Steuerhinterziehung Amtshilfe möglich macht.

Spannungen zwischen Schweiz und EU
Doch die Schweiz ist nicht aus dem Schussfeld: Italien ging mit Fluchtgeldamnestie und Razzien bei Schweizer Bankfilialen gegen einheimische Steuersünder vor. Frankreich drohte der Schweiz mit dem Eintrag auf eine «Schwarze Liste», weil sie sich im Kampf gegen Steuerflüchtlinge zu wenig kooperativ zeigte. Und am 1. Februar 2010 legte die deutsche Bundesregierung nach und beschloss, aus Schweizer Banken gestohlene Steuerdaten zu kaufen. Immerhin: Der Streit mit Deutschland ist mittlerweile beigelegt. Beide Länder haben sich auf ein Steuerabkommen geeinigt.

Steuerabkommen mit Deutschland

Mit Deutschland hat die Schweiz am 10. August 2011 ein Steuerabkommen abgeschlossen. Auf Kapitalerträge deutscher Bankkunden muss die Schweiz künftig eine Abgeltungssteuer von 26,375 Prozent entrichten, die direkt an die deutschen Behörden geht. Finanziell macht es für deutsche Steuerzahler nun keinen Unterschied mehr, ob sie ihr Geld in Deutschland oder in der Schweiz anlegen. In der Schweiz müssen sie jedoch ihre Identität nicht preisgeben. So bleibt auch mit dem neuen Steuerabkommen das Bankgeheimnis gewahrt.

Oase für Steuerflüchtlinge

Mehr zur Schweizer Steuerpolitik gibt es im Dossier «Steueroase Schweiz».

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