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Wirtschaft

Dossier: Finanzplatz Schweiz in der Krise

Publiziert 30. Oktober 2009, 10:51 Uhr, Aktualisiert 14. Februar 2012, 10:21 Uhr

Die Schweizer Banken, der Franken und der eidgenössische Finanzplatz galten lange als sichere Werte, die nichts ins Wanken bringen konnte. Doch als die Weltwirtschaft 2008 in Schieflage geriet, kamen auch die hiesigen Geldinstitute in Nöte. Die Grossbank UBS schlitterte gar nur knapp am Bankrott vorbei. weiterlesen

Staatshilfe für die UBS
Die Schweiz stand unter Schock, als die UBS Ende 2008 am Rande des Bankrotts stand. Die grösste Bank der Schweiz hatte in der globalen Finanzkrise Milliarden verloren und konnte nur durch die Unterstützung des Staates gerettet werden: 68 Milliarden Franken pumpten die Schweizer Nationalbank und der Bund in die einstige Vorzeigebank, um sie vor der Insolvenz zu retten. Doch auch andere Banken und Versicherungen traf es hart. Der Verlust von Kundengeldern durch fallende Börsenkurse wird auf 1‘700 Milliarden Franken geschätzt.

«Too big to fail»
Der Staat sorgt sich nicht ohne Grund um das Wohlergehen der Banken, Börsen, Finanzgesellschaften, Versicherungen und internationalen Handelshäuser: Sie sind für die hiesige Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung und erbringen fast ein Viertel der gesamten Wertschöpfung in der Schweiz. Ginge eine Grossbank wie die UBS pleite, würde sie die gesamte Volkswirtschaft mitreissen. Für den Staat heisst das, dass er sie im Krisenfall nicht fallen lassen kann: Sie ist «too big to fail» (zu gross um unterzugehen).

Welche Banken als «too big to fail» eingestuft werden, legt die Nationalbank fest. Derzeit sind das UBS und Credit Suisse.

Lernen aus der Krise
Um das Risiko einer in Schieflage geratenen Bank in Zukunft einzudämmen, wurde eine Revision des Schweizer Bankengesetzes vorgenommen. Darin wird UBS und CS unter anderem eine Eigenkapitalquote von 19 Prozent vorgeschrieben. Diese soll verhindern, dass der Staat in einer nächsten Krise wieder mit Steuermitteln für die Rettung der Grossbanken aufkommen muss. Kritiker bemängeln, dass diese im internationalen Vergleich hohe Quote die Konkurrenzfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz beeinträchtigt. Befürworter entgegnen, dass sich gerade dieser hohe Sicherheitsstandard für Investoren als besonders attraktiv erweisen könnte.

Die FINMA

Die Schweizer Finanzmarktaufsichtsbehörde (FINMA) überwacht alle Bereiche des Schweizer Finanzwesens. Ziel ist der Schutz der Finanzmarktkunden und der Erhalt des Vertrauens in den Finanzplatz Schweiz. Die FINMA wurde im Januar 2009 eingesetzt. Das Parlament hat die Oberaufsicht. Sitz ist in Bern.

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