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Dossier: Pfahlbau-Archäologie

Publiziert 11. August 2009, 12:54 Uhr, Aktualisiert 13. August 2012, 10:22 Uhr

Die Entdeckung am Zürichsee war eine Weltsensation: der erste Fund einer Pfahlbausiedlung überhaupt. Das war 1854. Inzwischen hat die Wissenschaft bedeutende Erkenntnisse über unsere Vorfahren gewonnen. Doch noch immer stellt das Leben der Ur-Siedler die Archäologen vor viele Rätsel. weiterlesen

Forscher unter Wasser
Pfahlbauer, auch Feuchtbodensiedler genannt, errichteten von 4300 bis 800 vor Christus an Seeufern und Mooren ihre Dörfer. Wer sich aber heute auf deren Spuren begibt, muss den festen Grund verlassen: Pfahlbauerforschung ist Unterwasserarchäologie.

Pfahlbauer-Fieber
Im Winter 1854, nur dank eines aussergewöhnlich tiefen Wassertiefstandes, stiessen Bauarbeiter zufällig im Zürichsee bei Meilen auf morsche Holzpfähle, Knochen, Keramik und Gegenstände aus Stein und Bronze. Dies war weltweit die erste Pfahlbauersiedlung, die entdeckt wurde. Sie bedeutete eine Sensation und Neuland in der Archäologie. Das Pfahlbauer-Fieber erfasste damals die ganze Schweiz und die benachbarten Alpenländer. Hobbytaucher aus allen Bevölkerungsschichten suchten nach dem Vermächtnis der Ur-Menschen.

Nach wie vor ein Rätsel
Aus dem 19. Jahrhundert stammt auch das romantisierende Bild, das die Häuser auf Pfählen im und am See zeigte, obwohl niemand eine plausible Erklärung dafür hatte. Seither wurde mehr als 150 Jahre lang geforscht. In über 30 europäischen Ländern wurden Überreste von Feuchtbodensiedlungen entdeckt. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass die Pfahlbauer sowohl in ebenerdigen Häusern als auch in erhöhten Bauten auf festem Grund gelebt haben. Nach wie vor ungelöst bleibt aber das Rätsel, weshalb sich die Menschen so nah beim Wasser in Sumpf und Matsch wohnlich nieder liessen.

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