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Dossier: Gentechnologie Pflanzen

Publiziert 11. August 2009, 12:54 Uhr, Aktualisiert 19. Oktober 2012, 12:21 Uhr

Kein Hunger mehr in der dritten Welt, ertragreichere Ernten, eine bessere Zukunft. So rühren die Befürworter der Gentechnologie die Werbetrommel. Kritiker genetisch veränderter Pflanzen hingegen warnen vor unabschätzbaren Risiken. Und auch das Schweizer Stimmvolk trat 2005 in Sachen Gentechnologie auf die Bremse. weiterlesen

Selbstschutz ist das Ziel
Pflanzen, die sich selber schützen, ist das Ziel der Gentechnolgie. Das bedeutet weniger Herbizide, Pestizide und reichere Ernten. Gentechnologisch manipulierte Pflanzen sollen auch Hunger und einseitige Ernährung in der Dritten Welt bekämpfen. Weltweit werden vor allem gentechnisch veränderte Soja-, Raps-, Mais-, Reis- und Baumwollpflanzen kultiviert.

Forscher sehen keine Gefahr

Das Nationale Forschungsprogramm „Nutzen und Risiken der Freisetzung genetisch veränderter Pflanzen“ (NPF 59) wertete wissenschaftliche Studien und Versuche auf dem Acker aus. Das Ergebnis:

Die grüne Gentechnik schade weder Menschen noch Umwelt. Es wurden keine negativen Auswirkungen auf Insekten, Mikroorganismen oder Bodenfruchtbarkeit festgestellt. Unerwünschte Effekte seinen vielmehr Folgen landwirtschaftlicher Praktiken wie z.B. Monokulturen.

Rund 25 Prozent der Schweizer und Schweizerinnen wäre Bereit, Lebensmittel zu kaufen, die mithilfe der Gentechnik hergestellt wurden.

«Mais» wegen Gen-Mais
In der Schweiz sorgte der Gen-Mais nicht nur für Streit auf den Äckern, sondern auch für jahrelangen «Mais im Bundeshuus», wie ein Dokumentarfilm bereits 2001 amüsant zeigte. Am 1. Januar 2004 trat die sogenannte Gen-Lex in Kraft. Diese lässt gentechnisch veränderte Organismen in der Schweiz zu, unterstellt sie aber strengen Bewilligungskriterien.

Moratorium bis 2013
Bereits am 15. November 2005 widersetzte sich das Schweizer Stimmvolk der Gen-Lex: Es nahm die Initiative «Für Lebensmittel aus gentechfreier Landwirtschaft» mit 56 Prozent an. Mit diesem Entscheid positionierte sich die Schweizer Landwirtschaft für die nächsten fünf Jahre als gentechfrei. Einzig die Forschung sowie der Import von Lebens- und Futtermitteln sind vom Gentechverbot ausgenommen. In den als «gentechfrei» deklarierten importierten Lebens- und Futtermitteln dürfen nicht mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Pflanzen vorkommen, schreibt die gültige Deklarationsgrenze vor. Nach einer Verlängerung 2008 läuft das Gentech-Moratorium nun bis 2013.

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