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Schweiz

Dossier: Sturmgewehr – das heisse Eisen

Publiziert 23. Juni 2009, 10:55 Uhr, Aktualisiert 23. November 2011, 9:58 Uhr

Wer will, kann seit Anfang 2010 seine Armeewaffe in einem Zeughaus deponieren. Die Tradition, dass jeder Schweizer Soldat seine persönliche Waffe mit nach Hause nimmt, gerät zunehmend ins Wanken. Studienbefunde stützen diese Entwicklung: Denn je mehr Schusswaffen in Schweizer Privathaushalten lagern, desto höher ist die Suizidrate. weiterlesen

Mythos der Wehrhaftigkeit
«Ehrbar ist, wer wehrbar ist!», steht im «Soldatenbuch», das vom Militärdepartement von 1958 bis 1974 an die Soldaten abgegeben wurde. Zum Fall, dass die Schweiz über Nacht von Invasoren überrannt wird, ist zu lesen: «Mit allen Mitteln versuchst du, deine Einheit zu erreichen [...]. Ihr kämpft euch mit eurer Taschenmunition durch.»

Tradition gerät ins Wanken
Erschreckende Tatsache ist: Jedes Jahr sterben in der Schweiz dreihundert Menschen durch Armeewaffen – Suizide mit eingeschlossen. Die Tradition, dass jeder Schweizer Soldat seine persönliche Waffe mit nach Hause nimmt, ist ins Wanken geraten: In einer Umfrage des «Sonntags-Blick» vom April 2007 sprachen sich 66 Prozent der Bevölkerung für eine Aufbewahrung der Armeewaffe im Zeughaus aus.

Waffen sollen im Zeughaus bleiben

Dasselbe fordert die von SP, Grünen und rund 70 Organisationen lancierte Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt». Sie will nicht nur die Munition in gesicherten Räumen der Armee gelagert sehen, sondern auch die Sturmgewehre und Pistolen der Soldaten. Im bürgerlichen Lager sowie bei Sportschützen und Waffenfreunden stösst diese Forderung auf Widerstand. Gegner der Initiative verweisen auf die Schweizer Mordrate, die trotz hoher Waffendichte eine der weltweit tiefsten sei. Die private Aufbewahrung von Armeewaffen sehen sie als Beweis für das Vertrauen des Staates zu seinen Bürgern. Der Bundesrat hat die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» im Dezember 2009 ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Und am 13. Februar 2011 hat das Volk der Initiative mit 56,3 Prozent eine Abfuhr erteilt.

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