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Schweiz

Dossier: Pulverfass Gesundheitskosten

Publiziert 03. Juni 2009, 12:13 Uhr, Aktualisiert 16. Mai 2012, 11:17 Uhr

Die medizinische Versorgung in der Schweiz lässt die Kosten im Gesundheitswesen geradezu explodieren. Wie können die ausufernden Ausgaben gebremst werden? Laufen wir durch rigorose Sparmassnahmen Gefahr, eine Zweiklassen-Medizin zu schaffen? Das Thema Gesundheitskosten ist ein politisches Pulverfass. weiterlesen

Gesundheit ist teuer
Die Schweizer Krankenkassen werden 2012 wieder teurer: Die Prämien steigen – im Mittel allerdings nur um 2,2 Prozent. Dieser Anstieg liegt deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt von 5,3 Prozent und ist seit Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes KVG 1996 die zweitniedrigste Anpassung. Der Grund: Laut dem Bundesamt für Gesundheit erfüllen Ende 2012 voraussichtlich alle Kassen die gesetzlichen Reserve-Anforderungen. Der Nachholbedarf der letzten Jahre ist abgeschlossen.

Starke Lobby
Dennoch: Die Gesundheitskosten steigen weiter und Gründe gibt es dafür viele. Bevölkerungswachstum und Überalterung ebenso wie zu lange Spitalaufenthalte und eine Pharmaindustrie, die erfolgreich gegen die Senkung von Medikamentenpreisen lobbyiert. Kommt hinzu, dass die Krankenkassen in den vergangenen Jahren ihre Kosten unterschätzt haben und nun Aufholbedarf besteht.

Was tun?
Um die Kostenexplosion einzudämmen, werden in Bern verschiedenste Massnahmen diskutiert – vom kostenlosen telefonischen Beratungsdienst über eine Praxisgebühr von 30 Franken bis hin zum Bundesbeitrag von 200 Millionen Franken für die Prämienverbilligung. Der Spagat zwischen Qualität in der medizinischen Versorgung und den ausufernden Kosten wird die Politiker allerdings noch lange beschäftigen.

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