Schweiz
Dossier: Deutsche in der Schweiz
Wohl kaum ein Land ist der Schweiz kulturell so nah wie Deutschland. Dennoch haben die Eidgenossen ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem grossen Nachbarn. Mentalitätsunterschiede, Angst vor Lohndumping und eine grosse Einwanderungswelle von Deutschen sorgen hierzulande für viel Gesprächsstoff. weiterlesen
Jeder dreissigste Schweizer ist ein Deutscher
Im Jahr 2008 lebten rund 250'000 Einwanderer aus dem nördlichen Nachbarland in der Schweiz. Damit sind die Deutschen – hinter den Italienern – die zweitgrösste Ausländergruppe. Seit Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU (2002) hat sich ihre Zahl fast verdoppelt.
Hoch qualifizierte Einwanderer
Viele der Deutschen sind besser qualifiziert als die Einwanderer vor ihnen: Über die Hälfte hat einen Hochschulabschluss. Auf dem Arbeitsmarkt bedrängen sie Schweizer, denen durch Zuwanderung bisher kaum Konkurrenz erwuchs. Während die einen vor der «Überfremdung» warnen, betonen andere den Nutzen der Einwanderer: Zahlreiche Spitäler beispielsweise stünden ohne deutsches Pflegepersonal vor Engpässen.
Angst vor «Germanisierung» ist schon alt
Deutsche Einwanderer sind in der Schweiz nichts Neues: Bereits 1910 waren sie mit gut 220'000 Menschen die grösste Ausländergruppe und machten fast sechs Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Schon damals ging die Furcht vor der «Germanisierung» um – sie verschwand, als mit dem Ersten Weltkrieg viele Deutsche in ihre Heimat zurückkehrten.


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