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International

Dossier: Islam und der Westen

Publiziert 26. Oktober 2009, 13:44 Uhr, Aktualisiert 23. September 2012, 19:32 Uhr

Mit 9/11, den Bombenanschlägen in Madrid und London oder der Ermordung des holländischen Filmemachers Theo van Gogh wurden die USA und Europa zum Schauplatz des Terrors. Seit dem Kalten Krieg haben immer wieder religiöse und kulturelle Unterschiede Konflikte zwischen der islamischen und der westlichen Welt ausgelöst – und sie in unseren Alltag gebracht. weiterlesen

Kampf der Kulturen
1993 prägte der US-Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington den Begriff «The Clash of Civilizations», der Kampf der Kulturen, mit dem er die Debatte um die Beziehung zwischen dem christlich geprägten Westen und dem Islam vorausschauend umriss. Huntington sagte in seinem gleichnamigen Buch voraus, dass es nach dem Ende des Kalten Krieges die kulturellen Unterschiede sein würden, die weltweite Konflikte auslösen.

Voraussagen werden Realität
 Zum weltweiten Schrecken haben sich Huntingtons umstrittene Schreckensszenarien in der  Herausbildung eines militanten Islamismus Bahn geschlagen, der mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York erstmals sein globales Gesicht zeigte. Mit den Bombenanschlägen auf Züge in Madrid und die Londoner U-Bahn 2004 oder die Ermordung des holländischen Filmemachers Theo van Gogh im selben Jahr, kam der Terror auch nach Europa. Ein neuer islamischer Fundamentalismus keimte auf, dem die westlichen Gesellschaften und ihre Politiker bis heute oft hilflos gegenüber stehen.

Islam ist nicht gleich Islamismus
Aber Vorsicht, Islam heisst nicht automatisch Islamismus. Und so finden die grössten Konflikte zwischen den Kulturen nicht in Form von Terroranschlägen statt, sondern in unserem Alltag. In Europa ist der Islam die am schnellsten wachsende Religion. Vor allem die zunehmende Migration aus islamischen Ländern – ausgelöst durch Armut und die hohe Arbeitslosigkeit vor allem junger Menschen – führt dazu, dass immer mehr Muslime und Musliminnen in der westlichen Welt leben. Das sorgt für kulturelle Konflikte. In Frankreich entlädt sich dieser Konflikt derzeit in der Debatte um das neue Burka-Verbot.

Keine Burka in Frankreich

Seit dem 11. April 2011 gilt in Frankreich das Burka-Verbot. Es ist das erste europäische Land, in dem das Tragen eines Ganzkörperschleiers, der Burka oder des Nikab, in der Öffentlichkeit unter Strafe steht: 150 Euro und ein Kurs in Staatsbürgerkunde drohen. Männer, die ihre Frau zum Tragen des Schleiers zwingen, riskieren gar eine Haftstrafe. Nicht nur von Seiten der etwa fünf Millionen Muslime in Frankreich gibt es Proteste. Neben einigen Politikern ist auch die Polizei von dem Gesetz nicht überzeugt. Für sie werde es «unendlich schwierig» sein, es anzuwenden, schliesslich könne man keiner Frau die Burka einfach vom Leibe reissen. Ca. 200'000 Musliminnen sind betroffen. Die Regierung ist von der Richtigkeit des Verbots überzeugt. Sie bezeichnet den Ganzkörperschleier als Symbol der grausamen Unterdrückung der Frauen, Zeichen eines fundamentalistischen Islams und nicht mit den Werten der Republik vereinbar.

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