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Kultur

Dossier: Schweizer Schriftsteller

Publiziert 20. März 2008, 11:49 Uhr, Aktualisiert 20. Februar 2012, 10:10 Uhr

Die Liste national und international bekannter Schweizer Schriftsteller ist lang. Gottfried Keller, Max Frisch oder Friedrich Dürrenmatt zählen zu den angesehensten Autoren des Landes. Aber auch unter den zeitgenössischen Schriftstellern hat die Schweiz grosse Namen zu bieten. weiterlesen

Grössen der Nachkriegsliteratur
Es führt kein Weg an ihnen vorbei: Max Frisch («Homo Faber», «Stiller») und Friedrich Dürrenmatt («Die Physiker»). Letzterer erlangte nicht zuletzt durch die Hollywood-Verfilmung seines Werkes «Das Versprechen» («The Pledge») gar internationale Ehren jenseits der Literatur. Frisch hingegen stand vor allem auch durch sein politisches Engagement in der Öffentlichkeit. Die beiden Rivalen und Freunde pflegten eine intensive Beziehung im Leben und auf dem Papier. Am liebsten bissen sie sich im Zürcher Restaurant «Kronenhalle» rhetorisch die Zähne aus. Der Popularitäts-Wettstreit der beiden Grössen der Schweizer Nachkriegsliteratur begann zu ihren Lebzeiten und wird seit ihrem Tod von ihren Leserinnen und Leser weitergefochten.

Kellers grosser Einfluss
Das war aber nicht immer so: Mehrere Generationen von Autoren teilten das Los der Einsamkeit mit Gottfried Keller, dem bedeutendsten Schweizer Schriftstellers des 19. Jahrhunderts. Er, «der grüne Heinrich», prägte auch deren Werke. So wollte beispielsweise Robert Walser zwar auf keinen Fall ein zweiter Gottfried Keller werden, doch in seinen Texten bezieht er sich oft auf das grosse literarische Vorbild.

An Autoren fehlt es nicht
Prägend waren und sind auch zeitgenössische Autoren wie Liedermacher Franz Hohler, Meisterkolumnist Peter Bichsel, Literaturwissenschaftler und Intellektuelle Adolf Muschg oder der subtile Vielschreiber Urs Widmer. Sie alle beherrschen die Fingerfertigkeiten, aus gedruckten Wörtern, schwarz auf weiss, Sätze mit Nachhall zu kreieren.

Max Frisch zum 100. Geburtstag

Er ist der meistgelesene Schriftsteller der Schweiz, seine Bücher verkaufen sich weltweit in Millionenauflage. Mit der Schweiz setzte er sich Zeit seines Lebens auseinander. Max Frisch erlebte beide Weltkriege, er war ein scharfer Beobachter und scheute nicht vor unbequemen Inhalten zurück, sein Biograf Julian Schütt schreibt «Bei Frisch wird einem nie wohl». Wohl war es Frisch auch mit sich selbst nie so recht, er ist der Autor des Identitätsproblems, der Selbstentfremdung, die Unvereinbarkeit von bürgerlicher und künstlerischer Existenz war sein Lebensthema. Aber Max Frisch war auch ein kritischer Zeitgenosse, der bewies, dass Politik und Literatur keine Gegensätze sein müssen. Am 15. Mai wäre er 100 Jahre alt geworden.

Kurzbiografie

Am 15. Mai 1911 in Zürich geboren; 1930-32 Studium der Germanistik an der Uni Zürich.  Abbruch des Studiums nach dem Tod des Vaters aus finanziellen Gründen, freie Mitarbeit bei der NZZ; 1934 veröffentlicht der 33-Jährige seinen ersten Roman «Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt»; 1940 verarbeitet er in „Blätter aus dem Brotsack. Tagebuch eines Kanoniers“ seine Erfahrungen im Militärdienst während des Kriegsbeginns; 1942 Frisch gewinnt die Ausschreibung zum Bau des Freibad Letzigraben in Zürich. Eröffnung eines eigenen Architekturbüros. Hochzeit mit der Architektin Gertrude Anna Constanze von Meyenburg, mit der er drei Kinder haben wird; 1947/48 Frisch begegnet dem von ihm bewunderten Bertold Brecht in Zürich; er lernt Friedrich Dürrenmatt kennen, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbindet, und seinen späteren Verleger Peter Suhrkamp; 1951 ein Rockefeller-Stipendium führt ihn für ein Jahr in die USA; 1954 Trennung von seiner Frau und Familie, die Scheidung erfolgt 1959; 1955 Auflösung des Architekturbüros, fortan lebt Frisch als freier Schriftsteller in Zürich; 1960 folgt er Ingeborg Bachmann, mit der ihn bis 1963 eine Liebesbeziehung verbindet, nach Rom; ab 1965 lebt er zeitweise in Berlin, Zürich und New York; 1968 Heirat mit der Studentin Marianne Oellers, die Ehe wird 1979 geschieden; 1972 bezieht das Paar eine Zweitwohnung in Berlin Friedenau, die zunehmend zum Lebensmittelpunkt wird, reger Austausch mit den dortigen Intellektuellen, Frischs kritische Haltung gegenüber der Schweiz verstärkt sich; 1980-1984 lebt Frisch mit der Amerikanerin Alice Locke-Carey in New York, in den USA ist er inzwischen ein renommierter Schriftsteller; 1984 Rückkehr nach Zürich; am 4. April 1991 stirbt Frisch nach langem Krebsleiden in Zürich

Max Frischs berühmteste

Romane

Stiller (1954)
Homo faber (1957)
Mein Name sei Gantenbein (1964)

Theaterstücke

Biedermann und die Brandstifter (1958)
Andorra (1961)

Erzählung

Montauk (1975)

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