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Gesundheit

Dossier: Alltagsdroge Alkohol

Publiziert 06. Oktober 2008, 15:41 Uhr, Aktualisiert 30. Januar 2012, 10:23 Uhr

Bei keiner Sucht sind die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden gravierender als bei Alkohol. Rund 300‘000 Schweizerinnen und Schweizer kommen gemäss Bundesamt für Gesundheit nicht von der Flasche los. Vor allem auch unter Jugendlichen wird übermässiger Alkohol-Konsum immer mehr zum Problem. weiterlesen

Über 57 Liter Bier pro Kopf
«Der Wein, er erhöht uns, er macht uns zum Herrn und löset die sklavischen Zungen» –schon Goethe erkannte den Alkohol als soziales Schmiermittel. Und die Schweizer halten fröhlich mit: Jedes Jahr kaufen sie alkoholische Getränke im Wert von Milliarden Franken. Bier und Wein sind am beliebtesten: 2007 wurden 57,4 Liter Bier pro Kopf getrunken, beim Wein betrug der durchschnittliche Konsum fast 40 Liter. Für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht deshalb fest: Der Alkohol ist die «Problemsubstanz Nummer eins in der Schweiz».

Jährliche Kosten von 6,5 Milliarden
Rund 300'000 Schweizerinnen und Schweizer gelten als alkoholabhängig. Der «problematische Alkoholkonsum» verursacht jährliche Kosten von über 6,5 Milliarden Franken und ist einer der grössten Risikofaktoren für chronische Krankheiten. Kaum ein menschliches Organ wird durch Alkoholmissbrauch nicht geschädigt, am meisten leiden die Leber und das Verdauungssystem. Zu den gesundheitlichen Schäden kommen soziale Probleme und selbstverschuldete Unfälle. Jeder siebte tödliche Verkehrsunfall geht auf überhöhten Alkoholkonsum zurück.

Jugendliche trinken immer öfter
Als Ursachen der Alkoholkrankheit gelten die soziale Situation der Betroffenen ebenso wie Vererbung, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und das Lernen von Trinkmustern in der Jugend. Massenbesäufnisse von Teenagern – zuletzt die sogenannten «Botéllones» – gelten daher als besonders problematisch. Der Anteil der 15-jährigen, die mindestens zweimal im Leben betrunken waren, ist in den letzten 20 Jahren von 17,4 Prozent auf fast 30 Prozent gestiegen.

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