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Gesellschaft

Dossier: Pädophilie

Publiziert 11. März 2010, 15:57 Uhr, Aktualisiert 22. Dezember 2011, 10:32 Uhr

Jeder hundertste Mann soll pädophil sein. Weil viele Übergriffe im Verborgenen geschehen, bleibt das Gesetz oft machtlos. Zuletzt waren es Missbrauchsfälle in der Kirche, die das Thema Pädophilie in die Schlagzeilen brachten. weiterlesen

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
Der Begriff «Pädophilie» bezeichnet ein sexuelles Interesse an Kindern und Jugendlichen. Das entsprechende Schutzalter liegt in der Schweiz bei 16 Jahren. Wer mit einer jüngeren Person eine sexuelle Handlung vornimmt, sie zu einer solchen Handlung verleitet oder darin einbezieht, dem drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe. So will es Artikel 187 des Strafgesetzbuches.

1 Prozent aller Männer soll pädophil sein
Internationale Studien gehen davon aus, dass jeder hundertste Mann pädophil orientiert ist (bei Frauen sind nur Einzelfälle bekannt). Pädophilie wird als psychische Störung angesehen, die auch durch eine Therapie nicht geheilt werden kann. Stattdessen sollen Betroffene lernen, ihr Verlangen zu kontrollieren. Erfolg ist nicht garantiert: Mit 40 bis 50 Prozent liegt die Rückfallquote straffällig gewordener Pädophiler gut doppelt so hoch wie die anderer Sexualstraftäter.

«Pädophilie» und «Pädosexualität»
Allerdings: Bei vielen Pädophilen geht die sexuelle Präferenz nicht in ein sexuelles Verhalten über. Sei es, weil sie die juristischen und sozialen Konsequenzen fürchten, oder weil sie sexuellen Kontakt zu Minderjährigen mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Zur Abgrenzung wird deshalb auch zwischen «Pädophilie» und «Pädosexualität» unterschieden.

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